Kooperative Brettspiele geben Kindern ein gemeinsames Ziel: Sie gewinnen oder verlieren zusammen. Für Fünfjährige eignen sich Spiele mit schnell verständlichen Regeln, bei denen jedes Kind regelmäßig etwas entdeckt, erinnert oder entscheidet.
Achten Sie darauf, dass die Aufgabe zur Spielrunde passt. Bilder zuzuordnen, Fundorte im Gedächtnis zu behalten und gemeinsam auf Veränderungen zu reagieren, funktioniert in diesem Alter oft besser als lange Erklärungen und viele Sonderregeln.
Woran Sie ein Spiel erkennen
Bei einem kooperativen Spiel arbeiten alle auf dasselbe Ergebnis hin. Prüfen Sie, ob die Gruppe tatsächlich gemeinsam gewinnt oder verliert. Manche Spiele verbinden gemeinsames Spielen mit persönlichen Punkten oder einem einzelnen Sieger. Dann arbeiten die Kinder nur teilweise zusammen.
Auch der Ablauf sollte für Kinder leicht zu verfolgen sein. Ein Zug wie „Karte ziehen, Bild anschauen, gemeinsam entscheiden“ lässt sich meist schneller erklären als eine Folge vieler Ausnahmen. Das Kind sollte nach einer kurzen Einführung selbst einen sinnvollen Spielzug machen können.
Achten Sie außerdem darauf, dass nicht ein Kind dauerhaft alle Entscheidungen trifft. Gemeinsames Beraten hilft, wenn jedes Kind etwas Beobachtetes oder einen Vorschlag einbringen kann. Sichtbare Spielfiguren und ein erkennbarer Fortschritt helfen der Gruppe, das gemeinsame Ziel im Blick zu behalten.
Die Altersempfehlung auf der Schachtel ist ein erster Anhaltspunkt, sagt aber nicht genau voraus, wie leicht ein Spiel für ein einzelnes Kind ist. Auch die Spieldauer und der Anspruch unterscheiden sich deutlich: Zauberberg ist für etwa 15 Minuten ausgelegt, während für Corsaro rund 30 Minuten angegeben werden. Eine kurze Partie eignet sich besonders, wenn Kinder noch wenig Erfahrung mit Brettspielen haben.
Spielaufgaben für Kinder ab fünf Jahren
Merken und wiederfinden
Ein überschaubares Gedächtnisspiel braucht wenig Lesefähigkeit und gibt Kindern eine klare Aufgabe. In Im Märchenwald suchen die Spielenden gemeinsam nach Gegenständen und versuchen, bestimmte Zwerge nicht vorzeitig aufzudecken. Dabei können sie einander Hinweise geben und gemeinsam überlegen, wo sie zuletzt etwas gesehen haben.
Wählen Sie ein Spiel mit wenigen, gut unterscheidbaren Bildern oder Gegenständen, wenn Ihr Kind bei vielen Informationen schnell den Überblick verliert. So bleibt das Erinnern Teil des Spiels, statt zur dauernden Belastungsprobe zu werden.
Bilder zuordnen
Zuordnungen sind leicht zu erklären, wenn Kinder sichtbare Hinweise vergleichen können: Gehört dieser Gegenstand zu dieser Figur? Passen diese beiden Bilder zusammen? Magic School macht daraus eine gemeinsame Gedächtnisaufgabe, bei der Zaubergegenstände den passenden Figuren zugeordnet werden.
Auch Spiele, in denen Kinder Symbole gemeinsam nutzen, eignen sich für Gespräch und Beobachtung. Bei Concept Kids – Tiere, das bereits ab vier Jahren empfohlen wird, beschreiben die Kinder gemeinsam ein Tier mithilfe von Symbolen. Dabei können Kinder Hinweise sammeln, auch wenn sie unterschiedliche Vorschläge machen.
Beobachten und entscheiden
Fünfjährige können zwischen einfachen Möglichkeiten wählen, wenn die Entscheidung direkt mit der Spielsituation zu tun hat. In Bauernhof-Bande überlegen die Kinder gemeinsam, wo die Not am größten ist und welchen Ausreißer sie zuerst zurückholen. Solche Entscheidungen laden dazu ein, Gründe zu nennen, ohne dass Kinder lange Pläne entwickeln müssen.
Auch Veränderungen auf dem Spielbrett machen eine gemeinsame Aufgabe greifbar. In der kooperativen Variante von Zauberberg sprechen die Kinder darüber, wo Murmeln platziert werden sollen, und beobachten anschließend ihren Lauf. Die Gruppe entscheidet dabei mit, während der Zufall für Spannung sorgt.
Zählen und Mengen vergleichen
Würfelbilder erkennen, Schritte zählen oder Mengen vergleichen lässt sich in ein kooperatives Spiel einbauen. Diese Aufgaben passen besonders gut, wenn sie zum Spielzug gehören und nicht den ganzen Spielablauf bestimmen. Kinder können etwa gemeinsam zählen, wie weit eine Figur noch bis zum Ziel hat.
Welche dieser Aufgaben am besten passt, hängt vom Kind und von der Spielrunde ab. Es gibt keine verlässlichen Belege dafür, dass Gedächtnis-, Zuordnungs- oder Zählspiele für alle Kinder ab fünf Jahren grundsätzlich besser geeignet sind.
Was Studien über Kooperation zeigen
Kooperative Brettspiele schaffen Gelegenheiten, sich abzusprechen, Hinweise zu teilen und einander zu helfen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass Kinder sich auch außerhalb des Spiels dauerhaft kooperativer verhalten.
In einer sechs Wochen dauernden Untersuchung spielten 65 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren in Vierergruppen kooperative oder wettbewerbsorientierte Brettspiele. Die Forschenden fanden danach keine Unterschiede bei den gemessenen Formen von Kooperation sowie prosozialem und antisozialem Verhalten. Die Kinder hatten mehr Freude an den kooperativen Spielen.
Eine andere Untersuchung mit 96 Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren verglich eine zehnminütige kooperative, wettbewerbsorientierte oder allein gespielte Variante. Nach dem kooperativen Spiel teilten die Kinder mehr mit unbeteiligten Personen als nach dem Wettbewerbsspiel. Ob Kinder andere einbezogen und wie sie anschließend frei spielten, unterschied sich ebenfalls nicht.
Die Studien liefen unterschiedlich lange und untersuchten verschiedene Spiele und Verhaltensweisen. Zusammen zeigen sie weder eine dauerhafte soziale Wirkung noch einen allgemeinen Vorteil einer bestimmten Spielmechanik. Achten Sie bei der Auswahl vor allem darauf, ob das Spiel gemeinsames Handeln ermöglicht und jedes Kind aktiv mitspielen kann.